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Blutrache, Kontroverse, und gnostische Schriften: Die Nag Hammadi Bibliothek

Am 16. Januar 2020 begrüßen wir unseren zweiten Gast in der Seminarreihe Magic and Religion in Coptic Textual Culture am Lehrstuhl für Ägyptologie Würzburg, gefördert vom Universitätsbund. Herr Dr. Dylan Burns ist Dienststellenleiter für das Projekt “Database and Dictionary of Greek Loanwords in Coptic” an der Freien Universität Berlin, co-Herausgeber von Nag Hammadi and Manichaean Studies und führender Spezialist für Gnostizismus.

Geheimwörte eines verheirateten Jesus, ein beschimpfteter Weltschöpfer—kein Wunder, dann, dass die koptische gnostische Bibliothek aus Nag Hammadi (Oberägypten) kontroversvoll gewesen ist. Doch geht der jüngste Kontroverse in Nag Hammadi-Studien nicht um Gnosis oder Gnostizismus, um negative Darstellung des jüdischen Gottes oder umstrittene Datierungen der Geheimwörter des Jesus, sondern um die Entdeckung der Bibliothek selbst. Denn die Geschichte dieser Entdeckung ist eine oberägyptischer Abenteuer, wie etwas aus Karl May, wo Araber und Wissenschaftler spielen mit Betrug, Blutrache, und sogar einem Dschinn. Die Geschichte der Nag Hammadi-Entdeckung ist ein Seemannsgarn, einer Groschenroman, lustig zu erzählen, und—so behaupten ihre heutige Kritiker—romantisiert, orientalisiert, unwissenschaftlich, unmoralisch, und besser vergessen. Die Themen dieses Vortrags sind diese Geschichte, die berechtige Kritik daran—und die Notwendigkeit, sie trozdem zu erzählen, wenn wir die Nag Hammadi-Bibliothek verstehen möchten.

Die Vorlesung findet von 18.15 bis 20.00 Uhr im Hörsaal 1 im ersten Stock der Würzburger Residenz statt. Der Eintritt ist frei.


Unsere Seminarreihe endet am 6. Februar 2020 mit dem Vortrag von Herrn Prof. Sebastian Richter über die Ältesten der Apokalypse.

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